Es gibt viele Faktoren, die entscheidend sind, um ein gutes Klangergebnis beim Online-Unterrcht zu erzielen. Unabhängig von der verwendeten Software-Plattform (Skype/Zoom/doozzoo), ist vor allem das Hardware Setup und die richtige Verwendung entscheidend. Das ist genauso wie im Ton-Studio. Man benötigt gutes Equipment (was nicht teuer sein muss) und muss es richtig einsetzen. 


Prinzipiell gibt es 3 Phasen, die für den Klang eine Rolle spielen:

  1. INPUT - Eingabe bzw. Aufnahme der eigehenden Signale z.B. Mikrofon
  2. PROZESSING - Verarbeitung im Computer & Übertragung im Internet
  3. OUTPUT - Ausgabe der Signale z.B. Kopfhörer


1. INPUT

Technisch gesehen ist der Vorgang im Prinzip immer gleich: Ein analoges Audio-Signal wird digitalisiert (A/D Wandlung) und kann dann vom  Computer weiterverarbeitet werden.

In der Praxis kann man zwischen 3 Möglichkeiten unterscheiden:


1.1. Verwendung des internen, eingebauten Mikrofon über die Soundkarte im Computer.

Hier ist die Soundqualität abhängig von der Qualität der Mikrofone und der Soundkarte im Computers. Oft sind in günstigen Computern sehr schlechte Mikrofone verbaut und diese sind dann nicht ausreichend akustisch vom Lüfter entkoppelt, so dass die Gegenseite starke Lüftergeräusche wahrnimmt.


1.2. Einsatz eines Headsets (Kopfhörer mit Mikrofone) entkoppelt das Mikrofon räumlich vom Computergehäuse und den möglichen Störgeräuschen.


1.3. Verwendung eines externes Audiointerface.
An ein externes Audiointerface lassen sich direkt Instrumente oder auch Mikrofone anschliessen. Audiointerfaces ermöglichen meist den Anschluss von mehreren Eingangsquellen und diese je nach Ausführung auch zu mischen. Die Audioqualität lässt sich mit einem guten Setup aus Audiointerface und Mikrofon sehr stark verbessern. Dabei gibt es je nach Einsatzgebiet verschieden gut geeignete Geräte.

Hinweis: Grundsätzlich ist zu beachten, dass bei allen Webconferencing Programmen, auch bei doozzoo, nur Kanal 1 und 2 übertragen werden. Bei Mehrkanal-Audiointerfaces muss man darauf achten, dass alle Signale, die übertragen werden sollen auf Kanal 1/2 geroutet werden, damit die Gegenseite das Audiosignal hört.


2. PROZESSING - Es spielen 3 Faktoren eine Rolle nach dem das Signal im Computer angekommen ist.


2.1. Die Software Plattform, die das Signal überträgt.

Alle Web-Conferencing Programme, wie Skype, WebEx, Zoom, etc, sind optimiert für die Übertragung von Sprache. D.h. es werden die Klangbestandsteile herausgerechnet, die bei Sprachübertragung Probleme bereiten könnte, wie z.B. tiefe Frequenzen, Brummen und hohe Frequenzen, wie Rauschen. Dies führt bei Musikübetragung dazu, dass entscheidende Frequenzanteile fehlen.

Zudem ist auch die Echounterdrückung (Echo-Cancellation)bei üblichen Webkonferenzing-Lösungen dauerhaft aktiv, was dazu führt, das man beim Musikunterricht Audiosignale nicht ohne gegenseitige Beeinträchtigungen übertragen kann. Andere Filter, wie Noise-Suppression dienen der Unterdrückung von Störgeräuschen, wie z.B. des Lüftergeräusches. Diese Filter führen aber gerade bei polyphonen und diffusen Klängen, wie bei Klavier oder Schlagzeugbecken zu einem teils kompletten Wegbrechen des ganzen Signals. Der dritte Algorithmus, der Probleme bereitet bei Musik, ist  Auto-Gain. Auto-Gain sorgt für eine automatische Lautstärkenanpassung. Für Sprache ist das recht sinnvoll, aber bei Musik geht so die Dynamik komplett verloren.

Doozzoo macht diese Filter anfassbar und man kann sie im Pre-Session Check je nach Anwendungsfall an- und ausschalten, um hat so einen freien Klang in vollem Frequenzumfang zu erhalten. 


2.2.. Einstellungen im Betriebsystem

Dabei ist zu beachten, dass im  Betriebssystem des Computers auch Filter zu Verbesserung für Sprachübertragungen eingeschaltet sein können. Dies gilt vor allem für Windows. Hier der Link zu den Einstellungen:

https://doozzoo.freshdesk.com/de/support/solutions/articles/36000105515-windows-10-einstellungen-zur-verbesserung-des-sounds


2.3. Internet Bandbreite

Generell ist die Qualität der Übertragung auch abhängig von der Menge der Daten, die pro Zeit übertragen werden können. Je stabiler und schneller die Internetverbindung ist zwischen LehrerIn und SchülerIn, desto besser die Audioqualität. Bei mangelhafter Internetanbindung kann es zu Abbrüchen im Ton kommen. 

Für alle allgemeinen Voreinstellungen bitte dieses Tutorial lesen. Hier ist auch ein Bandbreitentest zu finden:

https://doozzoo.freshdesk.com/de/support/solutions/articles/36000217029-was-ist-zu-beachten-wenn-ich-doozzoo-nutzen-möchte-


3. OUTPUT - Wiedergage über Lautsprecher oder Kopfhörer

3.1. Mit der Nutzung eines  Kopfhörers oder einem Headset lassen sich die besten Ergebnisse erzielen. Der Kopfhörer sorgt, wie im Tonstudio dafür, dass der Sound von der Gegenseite nicht wieder über das Mikrofon zurückgeschickt wird. In doozzoo ist es möglich im Pre-session check den „Headphone-Mode“ auszuwählen. Dadurch sind alle Filter deaktiviert.

3.2. Wenn man mit den eingebauten oder externen Lautsprechen arbeitet, sollte man in doozzoo den „Speaker-Mode“ auswählen, damit die Gegenseite kein Echo hört. Dann ist allerdings der Echo-Cancellation Filter aktiv, der die Signale der Gegenseite aus dem zu übertragenden Signal herausrechnet. Bei Gesprächen fällt das nicht auf, weil Gespräche seriell ablaufen. Beim Musikunterricht kommt es aber zu gleichzeitigen Klangereignissen. Z.B  spricht der Lehrer während der Schüler spielt, um ihm eine Anweisung zu geben, wo durch der Klang des Schülers beim Lehrer wegbricht. Oder die Schülerin soll zu einem Akkord des Lehrers singen; dann rechnet das Echo-Cancellation das Piano  auf der Schülerinnenseite raus, womit diese Frequenzanteile auch in der Stimme der Schülerin verloren geht. Der Lehrer hört die Stimme dann stark verändert oder überhaupt nicht. 


FAZIT:

Mit doozzoo läßt sich hier immer eine optimale Einstellung finden. Dabei muss man die technischen und tontechnischen Gegebenheiten beachten. Das ist nicht so einfach, wie bei Skype, weil da alle Filter aktiv sind, aber man kann mit doozzoo einen hervorragenden Sound erzielen für den Musikunterricht. 

In doozzoo ist es neben den flexibel abschaltbaren Filtern, auch die Möglichkeit von Mono auf Stereo schalten und die Audiobitrate auf bis zu 192kHz/s hochzustellen.



Einfache Setups für die Wiedergabe:


  1. Das einfachste Setup ist natürlich ein Laptop mit Mikrofon und eingebauter Webcam. Dann in doozzoo den Speaker-Mode auswählen und evt. noch die Windows Einstellungungen vornehmen: https://doozzoo.freshdesk.com/de/support/solutions/articles/36000105515-windows-10-einstellungen-zur-verbesserung-des-sounds
  2. Computer mit Kopfhörer oder Headset -> doozzoo im Headphone-Mode
  3. Computer mit externen Lautsprechern -> Speaker-Mode in doozzoo wählen und darauf achten, dass die Lautsprecher nicht zu nah am Mikrofon stehen und dort einstreuen.


Allgemeine Tipps:

Grundsätzlich spielen die tontechnischen Gegebenheiten des Instrumentes und auch des Raumes eine Rolle bei der Wahl des richtigen Setups. Nicht jeder kann gut mit einem Kopfhörer, der die Ohren bedeckt arbeiten. Da sind dann evt. kleine Clipkopfhörer, wie bei Handy-Headset nützlich. Bläser sollten darauf achten nicht unmittelbar in ein interneres Mikrofon am Laptop zu blasen, da diese Mikrofone vom Schallpegel des Instrumentes übersteuert werden.